Ein wahres Brutnest für die Deformation der Seelen stellen alle Formen der geschlossenen Gesellschaft dar, sei es die Familie, streng religiös definierte Verbände und Gesellschaften, oder der Staat selbst.
Geschlossene Gesellschaften bemühen sich um ein Maximum an Homogenität, wobei diese ein Irrtum für sich ist, weil man sich um Homogenität nicht bemüht. Sie muss vorhanden sein – zumindest was Menschen und ihr spezielles Wesen betrifft. So wie ein Ackerboden ausdörrt und sich allmählich der Unfruchtbarkeit nähert, wenn er über die Jahre stets nur eine bestimmte Pflanzensorte hervorzubringen gezwungen war, genauso ergeht es jenen Gebilden, die sich hinter ihr Konzept des notorischen Ausschließens zurückziehen, meinend, sie gewännen an Kraft, wenn sich immerdar gleiches Blut, gleiches Sinnen und Trachten, gleiches Tun etc..miteinander aufmischen. Die Kraft konstruierter Homogenität währt nicht lang, selbst wenn sie eines Tages zum Monolithen erstarrt und daraus ein Imperium generiert – sie verliert letztlich an Geist, Seele und Frischluft.
Notorische Inzuchtgesellschaften generieren auf Dauer einen Genpool, der dem von Schimpansen gleicht, abgeschlossene Familien züchten Neurosen, Psychopathien, Perversionen und Gewalt, abgekapselte Staaten Mangel, Hunger und Terror. Religiöse Gesellschaften und Sekten, die sich dem Prinzip der Abgeschlossenheit verpflichten, erleiden das selbe Schicksal wie Familien : Sie werden neurotisch, psychopathisch, pervers und gewaltträchtig.
Intransparenz und Geheimniskrämerei als Dauerpolitik machen seelisch krank und gemein. Sie bedeuten den Tod von Vernunft und Intelligenz, von Wahrheitsliebe und Gerechtigkeit, von Wärme und Fröhlichkeit, von Phantasie und Kreativität. Sie machen klinisch tot. In dieser Kälte gelingt nur eines : die Geburt der Feindschaft. Und “Feind” ist alles, was aufgrund einer lebensverachtenden Wesensform getötet wird. Am Ende tobt der blanke Psychoterror.
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